Dreetz, Mittelstr.
Ein Abzweig der Dreetzer Mittelstraße mit Sicht auf die Friedensstraße
Pumpenstation am Rhinkanal
Nebel ist im Dreetzer Rhinluch (Bild zeigt eine Pumpenstation bei Siegrohtsbruch) im Morgengrauen oft ein Begleiter.
Waldsiedlung
Dreetz. Ein Ortsteil von Dreetz ist die Waldsiedlung. Entstanden ist diese Wohngegend in den Dreißiger Jahren. Das typische Design ist in großen Teilen heute noch erhalten geblieben.
Ortslage Dreetz
Fast ganz Dreetz ist hier zu sehen. Es fehlt die "Waldsiedlung" und "Lüttgen Dreetz"
Fachwerkahus in der Wilhelm-Pieck-Str.
Eines der ältesten Häuser von Dreetz - steht unter Denkmalschutz.
Motocross
Eines der vielen Aushängeschilder von Dreetz: Motocross. Besonders beliebt sind die Frühjahrsrennen
Mittelstraße
Reiterhof Müller
Mehrere Reiterhöfe haben sich in der Gemeinde Dreetz angesiedelt. Einige bieten auch Ausflüge "hoch zu Roß" an.
Seerose im Dorfteich
Der Dreetzer Anger (Wilhelm-Pieck-Str.) bietet u.a. einen Dorfteich, der sich gut zum entspannen eignet.
Fußball im Waldstadion
Der Dreetzer Fußball hat eine lange Tradition. Zwar konnten die Kicker noch keine Weltmeistertitel holen, aber der aus Holz geschnitzte Weltmeisterpokal zeigt den Weg zum Waldsation.

Unwetterwarnungen

   Unwettergefahr

 

   © Deutscher Wetterdienst, (DWD)

Die Entstehung von Dreetz

Der Aufstieg der Gemeinde Dreetz zum Verwaltungszentrum des Amtes Neustadt

Geschichte und Entwicklung von Dreetz

Etwa 6 km südlich von Neustadt/Dosse im Winkel zwischen Dosse und Rhin liegt Dreetz, dass seine erste urkundliche Erwähnung am 6. Juni 1337 hatte. Solche urkundlichen Erwähnungen sind sehr stark von Zufällen abhängig. So ist das deutsche Angerdorf "Groten Dretze" wahrscheinlich 100 Jahre früher unter Albrecht dem Bären angelegt worden und das am Dreetzer See gelegene "Lutken Dretze" ist wahrscheinlich schon nach der Völkerwanderung von slawischen Stämmen besiedelt worden. Im 13.Jahrhundert gehörten beide Dretze noch zum Land Wusterhausen, das eine zur Prignitz gehörende selbständige Herrschaft der Herren von Ploto war.
Ende des 13. Jahrhunderts fiel sie an die Markgrafen von Brandenburg. Eines der markgräflichen Vasallengeschlechter, die von Kröcher (Kröchern bei Wolmirstedt), hatten im Dienste des Landesherren so hohe Auslagen gehabt, dass sie ihr eigenes Schloß Calbe 1324 verkaufen mussten. Sie wurden nun mit Besitzungen und Einkünften in der Prignitz teilweise entschädigt. So erhielten sie, wie die Ersterwähnungsurkunde besagt, am Freitag vor Pfingsten (6. Juni) 1337 vom Markgrafen Ludwig, dem ersten Wittelsbacher in der Mark Brandenburg, die beiden Dörfer Dreetz samt der Gerichtsherrschaft und dem Kirchenpatronat, den Diensten und Abgaben der Bauern auch eine Mühle am Rhin, in der die Bewohner von Segeletz und Wutzetz zwangsweise mahlen lassen mussten, was wiederum Einkünfte mit sich brachte. Weiterhin bekamen sie die Rohrnutzung und das Fischereirecht auf dem Dreetzer See und schließlich das Dorf Lohm, dem späteren Hauptsitz des Geschlechts, in dem die von Kröcher bis zur Bodenreform ansässig blieben. Ihr merkwürdiges Familienwappen, ein zweihöckriges Kamel, ist in mehreren farbigen Kabinettscheiben der Lohmer Kirche erhalten. In Dreetz erinnern an das Mittelalter nur noch eine Glocke von 1472 mit der eindringlichen Inschrift: "Gib Frieden, Herr, in unseren Tagen" sowie ein spätgotischer Abendmahlskelch. Schon 1349 geriet Dreetz unter die Landesherrschaft der Herren von Ruppin und auch nach ihrem Aussterben und dem Rückfall der Herrschaft an Brandenburg 1524 blieb es verwaltungsmäßig bei Ruppin, bis es 1952 wieder dem Prignitzkreis Kyritz zugeordnet wurde. Seit der letzten Verwaltungsreform gehört es nun zum Kreis Ostprignitz-Ruppin.
Unter den Dorfherren kam es zu vielfachen Erbteilungen, so dass zeitweise fünf und mehr Rittersitze in Dreetz bestanden. Dazu mussten der Freischulzenhof und einige Bauernhöfe ausgekauft werden. Die Ausbeutung der Dorfbewohner stieg an. Die Siedlung Lüttgen Dreetz wurde schon im 15. Jahrhundert aufgegeben, ihre Flur später durch eine herrschaftliche Schäferei bewirtschaftet. Bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges sank die Zahl der Bauern von 17 auf 13, die der kleinbäuerlichen Kossäten stieg von 12 auf 19. Nach dem Krieg aber lagen 10 Bauern- und 9 Kossätenstellen für lange Zeit unbesetzt, so dass die einzelnen Linien der Kröcher und ihre Erben den wertlos gewordenen Besitz nacheinander bis 1774 abstießen. Er gelangte damit an die Gutsherrschaft Neustadt, die 1694 in ein kurfürstliches, später königliches Amt umgewandelt worden war.
Bis dahin besaßen die Ackerflächen des Dorfes nur eine geringe Ausdehnung. Sie waren von den versumpften Luchflächen und Auwäldern des Rhins im Süden, der Dosse im Westen und Norden, von Waldgebieten im Osten begrenzt.
Der Ortsname Dreetz ist abgeleitet vom slawischen drzevo "Holz, Baum". Er dürfte sich wie der Name des Potsdamer Ortsteiles Drewitz, bei dem das v zwischen den Vokalen lediglich in der mundartlichen Aussprache verschwand, auf einen alten Waldnamen beziehen. König Friedrich II. ordnete 1773 die Entwässerung und Besiedlung des Rhinluchs und des Dossebruchs an. 1775 entstanden auf dem Flurstück "Tribow" die Kolonie Bartschendorf aus 16 Hopfengärtnern und 23 Büdnern, "auf der Tadnitz" die Kolonie Zietensaue von 8 Kleinbauern und "auf der Kälung" die Kolonie Michaelisbruch von 10 Milchwirtschaft treibenden Holländern, alles heutige Ortsteile. In Dreetz selbst wurden nicht nur wüststehende Hofstätten wieder aufgebaut sondern zusätzlich Höfe errichtet. Die Kirche wurde 1778 in ihrer heutigen Form erneuert.
Bereits 1774 war der Verwaltungssitz des Amtes Neustadt nach Dreetz verlegt worden, um den Kultivierungsmaßnahmen näher zu sein. Anstelle der kleinen Herrensitze wurde eine Staatsdomäne, das Amtsvorwerk, mit stattlichen Ziegelbauten, darunter um 1820 ein Verwaltungsgebäude. Brennerei und Brauerei angelegt. Zur Versorgung des Gutes, der Landarbeiter und der Bauern ließen sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Handwerker im Dorf nieder.
Nicht Wohlstand sondern Leid brachte die Errichtung eines Rüstungswerkes, der Sprengchemie AG, vor und während des zweiten Weltkrieges mit sich. Die gefährliche Produktion forderte Opfer, besonders unter sowjetischen und polnischen Zwangsarbeitern. Nach der Befreiung wurden die Anlagen abgerissen und das Gelände zum Teil wieder aufgeforstet. Der Werkbahnhof Blockstelle Segeletz wurde im April 1945 noch grausiges Ende für 186 KZ-Häftlinge. Der dort abgestellte Zug wurde von alliierten Kampfflugzeugen beschossen, dabei starben 186 Häftlinge. Nachdem sie zunächst am Bahndamm verscharrt wurden, ist nach dem Kriegsende Ihre Umbettung zum heutigen Ehrenmal vorgenommen worden.
1946 erhielten 160 ehemalige Landarbeiter und Umsiedler Land aus der Bodenreform aus der Aufteilung des Staatsgutes. Acht von ihnen bildeten am 8. April 1953 eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, der sich bis 1960 alle landwirtschaftlichen Produzenten anschlössen. In der Folge entstanden hieraus die LPG Tier- und die LPG Pflanzenproduktion. Nach der Wende entstand dann aus beiden Betrieben die Agrargenossenschaft. Die Beschäftigtenzahl sank von ursprünglich rund 320 auf etwa 50.

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